Wenn Tropenstürme für Orkanböen in Kroatien sorgen

Am 11. November tituliert DerStandard:

Heftige Tropenstürme nehmen weltweit zu

darunter ist dann aber folgender Absatz zu lesen:

Ein Blick in die Nachrichtenagenturen am Montag stützt die These, dass
die Stürme insgesamt stärker werden: Im Nordosten Somalias werden nach
einem Sturm am Montag mindestens hundert Todesopfer befürchtet, in
Kroatien fegten etwa zur gleichen Zeit orkanartige Stürme über das Land,
entwurzelten Bäume und rissen Dächer von den Häusern.

Quelle: http://derstandard.at/

Zuerst wird Unschärfe in den Artikel gebracht, denn Stürme ist nun sehr allgemein formuliert, im Kontext des Titels vermutet man aber, dass immer noch von Tropenstürmen die Rede ist.

Dann wird als Beispiel der Tropensturm 03A in Somalia genannt, der kein außergewöhnlich starker Tropensturm war und nicht einmal Kategorie 1 von 5 erreichte. Zum Verhängnis wurde im Gegenteil sogar die Schwäche des Sturms, der sich dadurch nur langsam verlagerte und so über viele Stunden hinweg heftigen Regen ablassen konnte, sodass bei diesem Ereignis der durchschnittliche Jahresniederschlag auf die trockene Erde prasselte.

Cyclone3B_tmo_2013315_lrg

Quelle: http://earthobservatory.nasa.gov/

Pro Jahr bilden sich etwa ein bis zwei Tropenstürme über dem Arabische Meer, aber pro Jahrzehnt begeht etwa nur einer Landfall. Der letzte traf Somalia im Jahr 2012.

Nachdem Stürme aber nach ihrer Windgeschwindigkeit eingestuft werden, nicht nach den Regenmengen, handelt es sich in Somalia nicht um einen besonders heftigen Tropensturm.

Ein völlig anderes Wetterphänomen war in Kroatien für Windspitzen über 200 km/h verantwortlich, wie etwa auf einer Brücke bei Krk 237 km/h am 11.11.13.

sturmtiefluis

Quelle:  http://eumetrain.org/

Der Wind entstand durch ein Tief über Mittelitalien und rasch steigendem Luftdruck durch Kaltluftzufuhr über dem Kontinent. Dargestellt sind hier außerdem die Winde in 10 m Höhe laut Modell. Das Wetterphänomen nennt sich Bora und ist das kalten Pendant zum Föhn in den Alpen. Sie zählt zu den stärksten Gebirgswinden der Welt, da hier kalte Luft in Richtung milde Adria über die Dinariden stürzt. Mit Tropenstürmen oder Klimawandel hat das überhaupt nichts zu tun.

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