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Die Zukunft war auch schon mal besser

Die Erde steuert Richtung 3K Erwärmung, um das Ziel 1,5-2°C noch zu erreichen, wäre jetzt eine Vollbremsung notwendig.

In Biasca im Tessin wurden am 17. Juni 2022 mit Nordföhnunterstützung 36,6°C gemessen, die höchste je registrierte Junitemperatur auf der Alpensüdseite. Der Junirekord für die Gesamtschweiz liegt bei 36,9°C (Basel, 27.06.1947).

In Biarritz, Südwestfrankreich, wurde am 18.06.22 ein neuer Junirekord mit 42,9°C aufgestellt. Der alte Rekord wurde um 3,7°C übertroffen. Es handelt sich aber auch um einen neuen Stationsrekord für alle Monate, der alte stammt vom 20.08.03 mit 40,6°C. Verantwortlich war Südföhn über die Pyrenäen. Bemerkenswert auch das Ende der Hitze. Ausgehend von einem Gewittercluster über Nordspanien bildete sich eine Outflow Boundary mit feuchtkühler Luft über der Biskaya, die als Seewind für einen Windsprung auf West sorgte. Innerhalb von nur zehn Minuten sank die Temperatur um 16°C ab, damit einhergehend bildete sich tiefbasige Bewölkung in nur 600 Fuß über Grund.

Derartige Extremwerte nach oben sind vor allem Eines: Zutiefst beunruhigend, denn ältere Temperaturrekorde wurden fast ausschließlich im Juli oder August aufgestellt, neuere wie im Hitzesommer 2019 oder diesen Sommer werden schon im Juni aufgestellt. Beunruhigend sind dabei nicht nur Einzelereignisse, die nicht nur um wenige Zehntel höhere Extremwerte hervorbringen, sondern die alten Höchstwerte gleich um mehrere Grad pulverisieren. Auch die Länge der Hitzewellen, die Anzahl der Hitzetage ist bemerkenswert (siehe 2015).

Eine dringende Hörempfehlung ist diese Podcastfolge mit Klimaforscher Georg Kaser von der Uni Innsbruck: „So wie heute wird es nicht mehr sein.“

In diesem aufrüttelnden Podcast-Gespräch erklärt der weltweit bedeutendsten Klimaforscher Georg Kaser, warum er nicht glaubt, sondern sicher ist, dass die Kinder von heute schon in 40 Jahren eine völlig veränderte Welt bewohnen werden. Wenn diese Welt nicht dystopisch sondern lebenswert sein soll, muss die Menschheit aus Kasers Sicht sofort und radikal umdenken. Unmissverständlich rechnet der Wissenschaftler im Gespräch mit Dolomitenstadt-Chefredakteur Gerhard Pirkner mit dem globalen Turbokapitalismus und halbherzigen Klimarettungsversuchen ab. Für den aus Südtirol stammenden Experten, der federführend am Klimabericht der IPPC mitgewirkt hat, kann nur eine rasche gesellschaftliche Transformation hin zu mehr Verteilungsgerechtigkeit und globaler Gemeinwohlorientierung die Katastrophe noch verhindern. 

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